‚The George’ zum besten Design-Hotel Europas gekürt

Das Hotel besticht durch britisches Flair und Widersprüche im Design

28.04.2010 – Bereits zum vierten Mal kürte die Zeitschrift Geo Saison im Frühjahr dieses Jahres die besten 100 Hotels in Europa. Bestes Haus in der Kategorie ‚Design-Hotel’ ist nach Auffassung der 25-köpfigen Fachjury derzeit das ‚The George’ in Hamburgs Szeneviertel St. Georg. Die Juroren zeigten sich dabei vor allem von einem außergewöhnlichen Interieur beeindruckt.


„Wir haben nicht versucht, trendy zu sein“, erklärt Innenarchitektin Sibylle von Heyden die Einrichtung. „Das Hotel sollte vor allem international sein, und viele Inspirationen kamen durch meine Aufenthalte in London, der Stadt, die viele Kulturen widerspiegelt.“


Die 'library': Klassisches Chesterfield und schnörkellose Rahmen (Bild: Georgios Engonidis)
Die 'library': Klassisches Chesterfield und
schnörkellose Rahmen (Bild: Georgios Engonidis)
Britische Clubatmosphäre und exotische Akzente in der 'library' (Bild: Georgios Engonidis)
Britische Clubatmosphäre und exotische Akzente in
der 'library' (Bild: Georgios Engonidis)

Wie in einem Londoner Gentlemen’s Club stehen dann auch in der ‚library’ vor dem Kamin zwei dunkle Ledersessel. Darauf Kissen mit einem Union Jack bedruckt, dazwischen ein exotisch anmutender Beistelltisch, der an die Kolonialzeit erinnert.


Ganz klar bleibt die Inneneinrichtung jedoch nicht in dieser Zeitschleife hängen, denn über einem Chesterfield hängen beispielsweise moderne Fotografien in schnörkellosen Rahmen.


Dieses kontroverse Zusammenspiel wird in den 118 Zimmern, fünf Juniorsuiten und zwei Suiten fortgeführt. Dort verschmelzen auf wundersame Weise unterschiedlichste Einrichtungselemente zu einem Ganzen: Saris als Bettüberwürfe, ungleiche Nachttische, speziell für das Hotel entworfene Lampenschirme in voneinander abweichendem Design, einfarbige champagnerfarbene Wände stoßen auf großgemusterte Tapeten.


Gegensätze gibt es jedoch nicht nur innerhalb der einzelnen Räumlichkeiten, sondern auch zwischen den diversen Bereichen innerhalb des Hotels. Geschäftsführer Kai Hollmann meint dazu: „Das Design soll Spaß machen. Der eine oder andere Widerspruch ist dabei durchaus beabsichtigt.“


Die erste Auffälligkeit ist, dass sich das üppige Interieur hinter einer eher zurückhaltenden Fassade befindet. Darüber hinaus sind die Ohrensessel in den Juniorsuiten im Kontrast zu den Sitzgelegenheiten in der ‚library’ mit einem hellen Leder bezogen. In den Zimmern liegt ein hochfloriger Teppich, im Erdgeschoss gehen die Gäste über einen dicken Dielenboden.


Abgesehen von den multikulturellen Einflüssen und den Widersprüchen, die die Spannung des Hotels ausmachen, sind es die vielen Details, die dieses Hotel zu einem Unikat machen. Zahlreiche Bilder, Spiegel, Kissen, Karaffen, Lampen und sonstige Kleinods befinden sich vor allem im Erdgeschoß. Dort fühlt von Heyden sich am wohlsten, denn „dort steckt besonders viel Herzblut drin.“


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